UrbanInn: Raum und Siedlungsentwicklung

Gefördert durch Land und Europäische Union (EFRE).

Die Siedlungsgeschichte der Unterinntalfurche beginnt bereits im 6. Jahrhundert durch die Besiedelung der Bayern (vgl. Steinicke 2002). Es vermischen sich – für Tirol vergleichsweise – urbane Zentren als auch überaus ländliche Bereiche und Dorfstrukturen. Das Unterinntal ist geprägt von einem großen Waldanteil (65%), welcher auch in der Abbildung klar zu erkennen ist.

Bebauungsdichte

Als Dauersiedlungsraum1 stehen in der Unterinntalfurche ca. 135 km² zur Verfügung (vgl. Statistik Austria 2016a). 59% dieser Fläche sind bereits erschlossen, knapp 56 km2 sind po-tentiell noch besiedelbar.

Bild: Landnutzung in der Unterinntalfurche (2013)
aus der Projektstudie UrbanInn (UIBK, 2018)

Räume, die bereits mit einer hohen Bebauungsdichte hervorstechen, sind die Städte Kufstein und Wörgl, sowie Brixlegg und Kundl (Karte 4). Alle vier Gemeinden sind vor allem für die lokale Wirtschaft bedeutende Produktionsstandorte, weshalb dort eine verdichtete Bauweise vorzufinden ist. Des Weiteren erstrecken sich zwischen den Siedlungszentren entlang der Verkehrsachsen weitere Gewerbegebiete. Gewohnt wird überwiegend in den Siedlungsker-nen der 18 Gemeinden, wobei besonders entlang der Nordterrasse es zu einer Zersiedelung der Wohngebiete kommt. Ab Kundl und Breitenbach am Inn gibt es eine hohe Verdichtung der Bebauung, die sich nahezu bis Kufstein hinauf durchzieht (vgl. dat.gv.at 2014a). Es lässt sich eine Art „Zusammenwachsen“ der Siedlungsflächen über die Gemeindegrenzen hinweg erkennen.

Bild: Bebauungsdichte in der Unterinntalfurche (2014)
aus der Projektstudie UrbanInn (UIBK, 2018)

Flächenwidmung

Die Aufgabe des Flächenwidmungsplans ist es, die Regelung des konkreten Verwendungszweckes aller Flächen in einem Gemeindegebiet durchzuführen. Den Gestaltungsrahmen bildet das örtliche Raumordnungskonzept (vgl. Amt der Tiroler Landesregierung Abteilung Raumordnung 2017). Nach Berechnung der einzelnen gewidmeten Flächen für die gesamte Untersuchungsregion, können folgende Ergebnisse genannt werden: Im Flächenwidmungsplan sind insgesamt ca. 362,3 km² bestimmten Nutzungsformen zugeschrieben (Stand: Januar 2014). Davon werden ungefähr 343,2 km² als Nicht-Bau-land gekennzeichnet: Freiland, Sonderflächen, Vorbehaltsflächen und Verkehrsflächen. Als Bauland ausgewiesen sind 1.907 ha, was 5,3% der Gesamtwidmungsfläche entspricht.

Bild: Gewidmetes Nicht-Bauland und Bauland (data.gv.at 2014b)
aus der Projektstudie UrbanInn (UIBK, 2018)

Von diesen 5,3% Bauland sind 3% für Wohnen, 0,8% für Gewerbe und Industrie und 1,4 % für Mischgebiete vorgesehen (vgl. data.gv.at 2014 b). Das Bauland für Wohnen bzw. Woh-nen generell ist in der Unterinntalfurche knapp und teuer (vgl. Expert_inneninterview Mariacher & Steinlechner/Exenberger). Um insbesondere der Zersiedelung der Wohngebiete Einhalt zu gewähren, führen einige Gemeinden eine strikte Widmungspolitik. Neue Widmungen werden nur für die einheimische Bevölkerung, sprich für Bewohner_innen, die bereits mindestens drei Jahre in der Gemeinde leben, durchgeführt. Dadurch soll auch sicher-gestellt werden, dass junge Leute aus der Gemeinde, die Möglichkeit eines Baugrunderwerbs haben. Diese Maßnahme soll zudem die Preisexplosion der Baugründe eindämmen (vgl. Expert_inneninterview Margreiter). Ferner wird versucht, Gebiete in den Siedlungskernen der Gemeinde nachzuverdichten und dort neue Räume für Wohnanlagen zu schaffen (vgl. Expert_inneninterview Ortner).

Hinterlassen Sie einen Kommentar